1224: SCHINDLER, E.,

Lider. (Jiddisch in hebr. Schrift). Wilna, Farlag "Grininke Boimelech", 1929. Mit Portr. 61 S., 1 Bl. Orig.-Brosch. (Rücken mit Fehlstellen, ausgeblichen, stärker fleckig). (224)
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Einzige Ausgabe. – Gedichte des ostjüdischen Dichters Elieser Schindler in seiner jiddischen Muttersprache. Der 1892 aus dem galizischen Tyczyn (Titschnersdorf) gebürtige Schindler ist mit seinen Eltern im Alter von acht Jahren nach München gekommen, in eine Stadt, in die er nach der Teilnahme am Ersten Weltkrieg zurückkehrte und der er sich zugehörig fühlte bis zur Machtergreifung, die ihn zu emigrieren veranlaßte – mit gutem Grund: sein Vater und seine drei Schwestern wurden deportiert und ermordet. "Elieser Schindler beginnt in Lakewood, New Jersey, ein neues Leben als Farmer. Dort stirbt er 1957. Das ‘Leksikon fun der naier jidischer literatur’ schreibt: ‘Mit sain toit [Tod] is awekgerissn geworn noch a strune [Saite] fun der jidisch-folkstimlecher fidl’" (Stefan Wimmer, Elieser Schindler, in: BSB-Hausmitteilungen, Nr. 58, München 1999, S. 8-9, hier S. 9). – Leicht gebräunt, etw. fleckig.