1145: TOD – ARS MORIENDI – BRUDERSCHAFT VON DER TODESANGST CHRISTI – BÖDEKER, H.,

Glückseeliger Tod, nach dem Exemplar deß Creutz-Todts Christi Jesu, zu erlangen durch die HH. fünff Wunden, und den schmälichen Tod deß Creutzes. Durch Fürbitt der Höchst-Schmertzlichen Mutter Mariae. Durch Anführung der Hochlöblichen Versamblung Jesu Christi Todt-Angst, und seiner liebsten Mutter Trawrigkeit. Wie dieses Büchlein zeiget, welches allen erwehnter Versamblung Einverleibten, und eines glückseligen Todts begirigen zu mehrerem Unterricht beschrieben. Köln, Kinckius, 1685. 12º. Mit gestoch. Frontisp. und 6 ganzseit. Textkupfern. 11 Bl., 373 S., 5 Bl. (letztes weiß). Pgt. d. Zt. über Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (Bezug an Kanten und Ecken mit Fehlstellen, Rücken semiprofessionell erneuert, stärker fleckig). (125)
Schätzpreis: 400,- €
Ergebnis: 360,- €


Einzige Ausgabe. – De Backer/Sommervogel I, 1568, 3. – Noch nicht [August 2018] im VD 17. – Die Bruderschaft von der Todesangst Christi, auch nur Bruderschaft vom guten Tod genannt, 1648 von Vincenzo Carafa, dem damaligen Ordensgeneral der Jesuiten gegründet, hatte das Ziel, ihre Mitglieder, sowohl Kleriker wie Laien, auf einen seligen Tod vorzubereiten. Mittel dazu waren Beichte, Kommunion und Andachten, die in regelmäßigen Treffen wöchentlich oder monatlich praktiziert wurden. Das immer wiederkehrende Gedenken an die Todesangst Jesu und an sein Leiden am Ende seines Lebens sollte die Mitglieder der Gut-Tod-Bruderschaften vertraut machen mit dem eigenen Tod. – Das Bruderschaftswesen von der Todesangst Christi ist heute nahezu erloschen, seine Blütezeit hatte es bald nach seiner Gründung im Barock. Aus dieser Blütezeit stammt das vorliegende Andachts- und Gebetbuch aus der Feder des Jesuiten Heinrich Bödeker (1640-1688) zur Anleitung für Bruderschaftsmitglieder zu einem seligen Tod und Begleiter auf dem Weg dahin. – Die ersten beiden Lagen und die Lagen G und H mit kleinen Wurmspuren am Innensteg mit minimaler Textberührung, leicht gebräunt, gering fleckig. – Aus der Bibliothek des Klosters Waldsassen mit entsprechenden hs. Vermerken auf dem Spiegel (teilw. tektiert) und dem Titelblatt (mit Ausbrüchen infolge Tintenfraßes). – Von größter Seltenheit: von uns in öffentlichem Besitz nur in der UB Augsburg nachweisbar.