1134: SCHULZ, J. A. P.,

Lieder im Volkston, bey dem Claviere zu singen. 2 Tle. in einem Bd. Zweite verb. Aufl. (der zweite Teil in erster Ausgabe). Berlin, Decker, (1785). Qu.-Fol. 2 Bl., 47 S., 1 Bl., 49 S. Pp. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (4)
Schätzpreis: 500,- €
Ergebnis: 280,- €


RISM A/I, S 2365 und 2366. MGG XII, 248. Eitner IX, 93. – Berühmte Liedersammlung, die für die Entwicklung des Kunstliedes im späten 18. Jahrhundert von großer Bedeutung gewesen ist. "Durch seine Lieder im Volkston hat er sich ganz besonders ausgezeichnet und dadurch der Liedkomposition eine ganz neue Richtung gegeben" (Eitner). "Für Deutschland war Schulz einer der ersten Liederkomponisten des klassischen Zeitalters, für Dänemark der Wegbereiter einer eigenen Nationalmusik. Auf der deutschen Seite sind die Lieder im Volkston sein Hauptwerk. Er verband sich mit den Hainbündlern um J. H. Voß, die in Anlehnung an Klopstock, aber unter Meidung seines Pathos, Herders Ideen von Volkstümlichkeit aufgriffen. Schulz konnte aus einer Fülle guter Liedtexte auswählen und sah es als seine Aufgabe an, eine einfache musikalische Form zu finden. … Seine Lieder sind bei aller Einfachheit ihrer Mittel Muster klassischer Ausformung und tiefer Beseelung. Sie entsprechen, ähnlich denen Zelters und Reichardts, der Liedästhetik Goethes" (MGG XII, 249-250). – Die zweite Auflage des ersten Teils ist, zusammen mit der Erstausgabe des zweiten Teils, im Jahr 1785 erschienen, so daß hier eine Mischauflage vorliegt. Ein dritter Teil ist noch 1790 bei Rottmann in Berlin erschienen. – Letztes Bl. von Tl. II nach das Titelblatt dieses Teils verbunden, alle Druckdaten durch behutsame Rasur ausgekratzt, erster Titel im Bug mit Knicken; etw., stellenw. auch stärker gebräunt und fleckig. – Titel mit Schenkungsvermerk, datiert Dresden, 28. 8. 1864.