11: BADEN – FORMELBUCH – "CONCEPTENBÜCHLEIN,

in welchem underschiedtliche Contractus, Supplicationes, Privilegia, Exceptiones, wie auch abschiedtsformen, ManumissionsSchein, und Andere notabiles Conceptus begriffen". Deutsche Handschrift auf Papier. Dat. Baden, Euppenheim und Rastatt, meist 1635/36. Mit kalligraphiertem Titel. 174 Bl. (darunter wenige weiße). Pgt.-Umschl. unter Verwendung eines Schriftstückes d. Zt. (Altersspuren). (6)
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Formelbuch aus dem Kerngebiet der Markgrafschaft Baden-Baden am mittleren Oberrhein, laut Vermerk auf dem Titel "In usum Joannis Georgii Hauseri, Grammatophiliae Sectatoris". – Enthalten sind vor allem Erklärungen zu lateinischen juristischen Fachtermini, Formulare für Beurkundungen und Briefe und Umrechnungstabellen zu Währungen; eingetragen sind aber auch eine ganze Reihe von Imbreviaturen, also Aufzeichnungen zu konkreten Rechtsakten, oft mit dem Ort der Ausstellung, meist Euppenheim oder Rastatt, sowie dem Tagesdatum versehen.

Das Büchlein, auf dem Umschlag noch schwach lesbar als "Conceptuum Collectio" bezeichnet, besteht aus mehreren, erst nachträglich zusammengebundenen einzelnen Heften oder Lagen; teils ist ihr erstes Blatt entfernt, wohl der ursprüngliche Titel. Die Überschriften sind in Antiquaminuskel oder Antiquakursive, die Texte in sauberer Kurrentschrift geschrieben. Die Blätter sind von alter Hand fortlaufend foliiert.

Zum Inhalt: Unter der Überschrift "Definitiones, vel Descriptiones potius Privilegiorum seu beneficiorum Juris, que is quis in Contraction(e)s maxime uti potest", sind deutsche Erklärungen rechtlicher Termini eingetragen (fol. 28r-43v). Am Ende dieses Abschnittes findet sich ein Verweis auf den zuerst 1607 gedruckten Thesaurus notariorum von Rudolf Sattler. – Es folgen einige Blätter mit Briefen zu konkreten Anlässen (fol. 44v-57r), etwa "Ahn Ihro Bad(ensischen) Herren Statthalter", "Ahn das hohe ThumbCapitel zue Speyer" oder "Obligatio wegen der Statt Euppenheim", teils mit Tagesdaten vom 10. Juni bis 5. August 1635. Zwei Einträge betreffen Giovanni Battista (hier Johann Baptist) Bracciolini (1600-1650), einen Obristen im Dienste der katholischen Liga, nämlich der "Titulus", also die offizielle Anrede, sowie eine "Obligation wegen Herrn Obrist Bracciolini". – Ferner gibt es Einträge zu "Tituli" unter anderem von Markgraf Wilhelm von Baden (fol. 59r), Friedrich Graf von Fürstenberg, "regierenden Herren zue Haßlach" (fol. 66v), und Wratislaw I., Graf von Fürstenberg (fol. 67r). – Zu erwähnen sind ferner mehrere Schreiben wegen einer Strafe von 100 Talern an die "Schultheißen, Bürgermeister, Gericht und gesambter Gemainden zue Gaggenow" (datiert 16. 1. 1636; fol. 64v-69r), ein Abschnitt zum "Aydt der Juden" (101v-102r) oder Anleitungen zur Umrechnung etwa von "Batzen zue Schillingen" (fol. 64r-v), "Batzen zue Creutzern" (fol. 99r) oder "Batzen zu Würffen" (fol. 100r). – Block gelockert, leicht fleckig, etw. gebräunt.