1033: HAUER, J. M.,

Zwölftonspiel. 8 Partiturausgaben in verschiedenen Besetzungen, davon zwei in Vervielfältigung nach der Handschrift des Komponisten, erschienen im Eigenverlag, sowie sechs Drucken, erschienen im Wiener Fortissimo-Verlag, 1956-58. Fol. Orig.-Brosch. (geringe Gebrauchsspuren). (41)
Schätzpreis: 600,- €


Erste Ausgaben. – Othmar Steinbauer, Josef Matthias Hauers Zwölftonspiel. In: Österreichische Musikzeitschrift, Bd. 18, H. 3, März 1963, S. 131-133. – Ein ganzes weltanschaulich-philosophisches System kam für den Komponisten Josef Matthias Hauer (1883-1959) in der Zwölftonmusik zum Ausdruck, deren System er 1911/12 noch vor und unabhängig von Arnold Schönberg entwickelt hatte. In frappierender Parallele zu Hesses "Glasperlenspiel" fungiert auch bei Hauer die Musik als eine Art innere Weltordnung oder kosmisches Gesetz. – Vorliegen folgende Ausgaben, alle unter dem Titel "Zwölftonspiel" und mit Angabe des Entstehungsmonats im Fortissimo-Verlag erschienen, den Hauers Bruder Bruno gegründet hatte:

Juli 1956 ("Harmonie-Melodie-Rhythmus in kristallischer Bindung im vierfachen Kontrapunkt für Klavier zu vier Händen") – Oktober 1956 (mit demselben Untertitel, ebenso für Klavier zu vier Händen) – Jänner 1957 (mit demselben Untertitel, für Streichquartett) – Jänner 1958 (für Bläser/Steicher-Sextett) – März 1958 (für Kammerorchester) – Juni 1958 ("Tanz im langsamen 3/4 Takt" für zwei Violinen, zwei Violen und Klavier).

Die beiden anderen von Manuskripten Hauers vervielfältigten und im Selbstverlag publizierten Drucke sind von größter Seltenheit: I. "Zwölftonspiel für Klavier zu vier Händen und Harmonium" (am Fuß eine Notenzeile "Melischer Entwurf in der Zwölftonschrift"), am Schluß datiert Wien, 31. Juli 1952, und signiert. – II. "Zwölftonspiel für Klavier zu vier Händen und Harmonium", drei Seiten mit 33 Takten; auf dem letzten Blatt verso ein weiteres "Zwölftonspiel für Klavier" (nicht datiert, wohl um 1950/52). Dieser Druck ist von uns nicht nachweisbar. – Vgl. MGG V, 1823. Riemann 512: "Hauer ist wohl der konsequenteste Vertreter einer ‘rein atonalen’ Musik". – Die Ausgabe von 1957 mit Besitzvermerk des Komponisten, Musiktheoretikers und Schülers von Hauer, Othmar Steinbauer (1895-1962), auf dem Titel, dazu der Vermerk "Formel 30×22". – Alle Hefte gering gebräunt und mit minimalen Gebrauchsspuren.